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PH3 zu Gast beim Korea-Verband

Vielen Dank an die herzliche Einladung des Korea Verbandes zur Veranstaltung „Polarisierung durch Feindbilder – Schulische Bildung in Deutschland und Korea im Vergleich“ vom 24.-26. August – Judith Enders und Dörte Grimm berichteten von ihrer Arbeit bei Perspektive hoch drei. Mit Filmen über  Anne Heinlein und Julian Röder.

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Vorpremiere Dokumentarfilm „Wer braucht den Osten?“

Unser Vereinsmitglied Dr. Judith Enders diskutiert mit Petra Köpping (Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, SPD) Steffen Flath (ehemaliger sächsischer Umwelt- und Landwirtschaftsminister sowie Kultusminister, CDU)und Prof. Olaf Jacobs (Filmproduzent, Hoferichter & Jacobs Film- und Fernsehproduktion).

23.05.2018 19:00–21:00 Uhr

Dresden, Sächsische Landeszentrale für politische Bildung

Schützenhofstraße 36, 01129 Dresden, Deutschland

Deutschland ist vor 28 Jahren nicht nur einfach größer geworden. Der Osten hat das gesamte Land verändert. Deutschland wählt anders, lebt und streitet unterschiedlich. Liegt es am Osten, dass es die Wahrheiten der alten Bundesrepublik heute so nicht mehr gelten? „Im Osten wird sichtbar, was auf den Westen noch wartet.“ ist sich Politikprofessor Werner J. Patzelt sicher. So gab es im Osten schon immer mehr Wechselwähler als im Westen und auch das Parteienspektrum ist hier breiter. Diese Entwicklungen zeigen sich nun auch in den alten Bundesländern.

Was ist geschehen? Der von Professor Olaf Jacobs produzierte Film „Wer braucht den Osten?“ zeigt die gewaltigen Veränderungen von Lebens- und Arbeitswelten im Osten. Er betrachtet das veränderte Wahlverhalten, vielerorts heftig artikulierte Unzufriedenheit, die schwache Parteienbindung und die Sehnsucht nach Runden Tischen wie damals in den Wendemonaten, nach mehr direkter Demokratie, die Skepsis gegenüber „denen da oben“. Und der Film gibt Antwort auf seine Titelfrage: Dieser Osten wird gebraucht, mit all seinen Brüchen, Erfahrungen, Irrwegen und Lösungsansätzen für die Zukunftsfragen des gesamten Landes.

Der Film „Wer braucht den Osten?“ feiert in der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung seine Vorpremiere. Im Anschluss diskutieren Petra Köpping (Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, SPD) Steffen Flath (ehemaliger sächsischer Umwelt- und Landwirtschaftsminister sowie Kultusminister, CDU) Dr. Judith C. Enders (Dritte Generation Ost) Prof. Olaf Jacobs (Filmproduzent, Hoferichter & Jacobs Film- und Fernsehproduktion) Die Moderation übernimmt Peter Stawowy (Journalist und Geschäftsführer des Stawowy Verlags).

„Wer braucht den Osten?“ ist eine dreiteilige TV-Dokumentation. Bei der Vorpremiere in der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung zeigen wir den ersten Teil: „Wer braucht den Osten? Teil1: Politik“. Dieser Film läuft am 29. Mai 2018, 22:05 Uhr im MDR Fernsehen. Die anderen Teile sind: „Wer braucht den Osten? Teil 2: Wirtschaft“ (5. Juni 2018, 22:05 Uhr, MDR) und „Wer braucht den Osten? Teil 3: Gesellschaft“ (12. Juni 2018, 22:05 Uhr, MDR).


Veranstaltungsart

Filmvorführung mit Diskussion

Themengebiet
  • Innenpolitik
Veranstalter
SLpB – Sächsische Landeszentrale für politische Bildung
Informationen
Stefan Zinnow, SLpB
0351 85318-22,stefan.zinnow@slpb.smk.sachsen.de
Jörg Wolff, SLpB
0351 85318-15, joerg.wolff@slpb.smk.sachsen.de
Teilnahmegebühr

keine

Anmeldung

Für diese Veranstaltung ist keine Online-Anmeldung möglich. Soweit erforderlich finden Sie alternative Anmeldemöglichkeiten im Abschnitt „Informationen“.

Pressemitteilung zum Start von www.zeitenwende­lernportal.de

Pressemitteilung, Berlin, 18. Dezember 2017

Die Dritte Generation Ostdeutschland: Neues Webportal mit Zeitzeugenpool, Lernmodulen und Arbeitsmaterialien widmet sich den Erinnerungen der letzten DDR-Generation.

Der Berliner Verein Perspektive hoch 3 e.V. geht heute mit seiner Webseite                www.zeitenwende­-lernportal.de online. Das Angebot richtet sich an Lehrer*innen und außerschulische Akteur*innen der historisch-politischen Bildung. Es bietet neue inhaltliche und didaktische Zugänge zur Auseinandersetzung mit Alltagsperspektiven auf die DDR-Diktatur und die Wiedervereinigung.

Durch das Portal erhalten Pädagog*innen erstmals die Möglichkeit, direkten Kontakt mit Angehörigen der sogenannten Dritten Generation Ostdeutschland aufzunehmen, um sie zu Zeitzeugengesprächen einzuladen. In den Gesprächen berichten die aktuell 13 ehrenamtlichen Zeitzeug*innen, wie sie ihre Kindheit und Jugend in der DDR und in den Umbruchsjahren nach der deutschen Wiedervereinigung erlebt haben. Über die Kontaktmöglichkeit hinaus, bietet das Portal fünf Lernmodule und umfangreiche Arbeitsmaterialien zur Vorbereitung und Auswertung der Gespräche.

Zur Dritten Generation Ostdeutschland werden rund 2,4 Millionen Menschen gezählt. Sie sind um 1980 herum in der DDR geboren und erlebten die letzten Jahre dieses Landes sowie den gesellschaftlichen Umbruch als prägende Zeit im Schulalter. Dass sie ihre persönlichen Erfahrungen und Erinnerungen nun heutigen Schüler*innen mitteilen, bietet denen die Möglichkeit, die deutsche Teilungs-und Wiedervereinigungsgeschichte leichter mit dem eigenen Erfahrungshorizont in Bezug zu setzen. Zudem wird so das Spektrum der Zeitzeugenerzählungen über die DDR und die Wiedervereinigung, in denen bisher vor allem die Opfer der politischen Verfolgung zur Sprache kamen, um eine alltagsweltliche Perspektive ergänzt. Sven Gatter, Pädagoge und verantwortlich für die Gesamtkonzeption des Lernportals, erklärt dazu: „Dass im Kontext der Zeitzeugenarbeit die biografischen Erfahrungen der Dritten Generation Ostdeutschland in den Mittelpunkt gerückt werden, ist Novum und Chance zugleich. Für junge Menschen, die sich heute mit der deutschen Teilungs-und Wiedervereinigungsgeschichte beschäftigen, sind diese Kindheits-und Jugenderinnerungen besonders spannend. Denn das, was sie da über die DDR und die Umbruchszeit erfahren, können sie relativ leicht mit dem eigenen Erfahrungshorizont in Beziehung setzen.“ Kerstin Lorenz, Historikerin und verantwortlich für die pädagogischen Inhalte, fügt hinzu: „Bisher sind im Spektrum der Zeitzeugenerzählungen vor allem die Opfer der politischen Verfolgung vertreten. Das Zeitenwende-Portal kann dazu beitragen, dass neben diesen wichtigen Stimmen auch dezidiert alltagsweltliche Perspektiven zur Sprache kommen. Da die Angehörigen der Dritten Generation Ostdeutschland damals noch Kinder und Jugendliche waren, entziehen sich ihre Erzählungen weitgehend den sonst schnell getroffenen Opfer-Täter-Zuschreibungen.“

Um Lehrer*innen und historisch-politische Bildner*innen darin zu unterstützen, die Zeitzeugengespräche mit Schüler*innen vorzubereiten und kritisch auszuwerten, sind auf dem Portal zusätzlich fünf Lernmodule bereitgestellt. Sie bieten eine thematische Beschreibung, didaktische Hinweise, definierte Lernziele, Verlaufsplanungen, Arbeitsmaterialien und Hintergrundinformationen. Valentin Schlegelmilch, Geschichtslehrer im Gymnasium „Am Burgwall“ Treuenbrietzen, hat das Webportal bereits während seiner Entwicklung erprobt: „Ich habe das Lernportal in der Klassenstufe 11 getestet. Für meine Schülerinnen und Schüler, mit denen ich ein Zeitzeugengespräch vorbereitet, durchgeführt und ausgewertet habe, war vor allem interessant, herauszufinden, wie Erinnerungen unbewusst konstruiert werden. Das hat sich in dem von uns durchgeführten Gespräch zum Beispiel daran gezeigt, dass die Zeitzeugin in ihrem Bericht immer wieder zwischen eigenen Erfahrungen, den in der Familie gehörten Erzählungen und kollektiven, oft über die Medien transportierten, Erinnerungen hin und her gesprungen ist.“

Förderer und Partner

Die Entwicklung des Lernportals wurde finanziell und beratend gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, die Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung und das Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg.Dr. Jens Hüttmann, Leiter des Arbeitsbereichs Schulische Bildungsarbeit bei der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktaturüber das Lernportal: „Das Zeitenwende-Portal bietet Lehrern nicht nur die Möglichkeit, Zeitzeugen für den eigenen Unterricht zu finden. Es unterstützt sie auch darin, die Kompetenzen in Methoden-, Sach-, Orientierungsfragen zu stärken – Kompetenzen also, die Grundvoraussetzungen für ein kritisches Urteilsvermögen in der Gegenwart sind.“

Dr. Martina Weyrauch, Leiterin der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung, betont das zivilgesellschaftliche Engagement der Zeitzeug*innen: „Dass Menschen sich heute ehrenamtlich zur Verfügung stellen, um von ihren Kindheits-und Jugenderinnerungen an die DDR und die Wiedervereinigung zu berichten, ist nicht selbstverständlich. Dazu gehören ein Wille zu gesellschaftspolitischem Engagement und der Mut, die eigenen Erinnerungen kritisch hinterfragen zu lassen. Eine solche Gesprächs-und Erinnerungskultur zu befördern, finde ich wichtig.“

Perspektive hoch 3

Das Lernportal wurde von einem Team aus Pädagog*innen und Historiker*innen entwickelt. Projektträger ist der 2013 in Berlin gegründete Verein Perspektive hoch 3 e.V. Er ist unabhängig, überparteilich und selbstorganisiert. Seine Mitglieder möchten den Diskurs über die Erinnerung und Aufarbeitung der DDR kritisch hinterfragen und neu initiieren. Im Rahmen ihrer kulturellen, publizistischen und historisch-politisch bildenden Projekte nehmen sie insbesondere die biografischen Erfahrungen und Sichtweisen der Dritten Generation Ostdeutschland in den Blick. So wollen sie zu einem tieferen Verständnis gesellschaftlicher Entwicklungen beitragen und helfen, die Diversität der heute in Deutschland und Europa lebenden Menschen sichtbar zu machen. Dieses Engagement wurde in der Vergangenheit wiederholt mit Förderungen durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gewürdigt und 2013 mit dem von der SPD gestifteten Gustav-Heinemann-Bürgerpreis ausgezeichnet.

Pressekontakt

Sven Gatter

T +49 (0) 1 63 -2 86 95 94

M zeitenwende@perspektivehochdrei.de

Perspektive hoch 3 e.V. 

c/o Nadja Smith

Rudolfstraße 11

10245 Berlin

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